Pflanzenschutzmaßnahmen Herbst/Winter

Fallobst und Fruchtmumien entfernen. Gegen Wühlmäuse Fallen stellen. Bei Krebs, Kragenfäule und Triebsucht eventuell Bäume roden. (Ab 1. November – 28. Februar). Gegen Rindenkrankheiten nach dem Blattfall Spritzung mit Kupfermittel. Mit Krankheiten befallenes Laub abrechnen und entfernen.

Neupflanzungen

Planen Sie rechtzeitig Ihre Neupflanzungen. Pflanzzeit ist, wenn Sie keine Containerpflanzen verwenden, nach dem Laubfall oder im zeitigen Frühjahr. Fragen Sie bitte in der Baumschule ob die gewünschten Sorten auf den richtigen Unterlagen vorhanden sind.
Beachten Sie bei der Auswahl der Unterlagen die einzuhaltenden Grenzabstände bei der Pflanzung zum Nachbargrundstück.

Wildverbiss

Die Gefahr, dass Rehe und Hasen junge Obstbäume während des Winters durch Verbiss schädigen, ist groß. Diese Gefahr wird umso größer, wenn eine geschlossene Schneedecke das Auffinden anderer Nahrungsquellen erschwert.
Zur Vorsorge gegen Wildverbiss sind Drahthosen aus engmaschigem Geflecht empfehlenswert. Das beim Winterschnitt der Bäume anfallende Holz verbleibt zur Ablenkfütterung am Besten bei den Bäumen liegen. Vor allem nach Schneefällen sollte immer frisches Schnittholz auf dem Schnee liegen oder herausragen.

Ziergarten

Im Ziergarten beginnt die Hauptpflanzzeit. Nach dem Laubfall kann man sommergrüne Sträucher und Rosen pflanzen. Nach dem Pflanzen ist auf gutes wässern, besonders bei ballenlosen Pflanzen, zu achten. Stauden können noch, je nach Witterung, bis in den November gepflanzt und geteilt werden.

Baumfällarbeiten

Beachten Sie, dass Bäume, die im Abgang sind, nur in der Zeit vom 1. November bis 28. Februar gefällt werden dürfen.

Düngung

Notwendigkeit der Düngung:

Pflanzen entnehmen überwiegend aus dem Boden ihre Nährstoffe mit den Wurzeln auf. Mit der Zeit verringern sich die Erträge. Um dem entgegenzuwirken müssen Nährstoffe zugeführt werden.

Welche Nährstoffe benötigen Pflanzen?

Stickstoff     =  N      Nitratstickstoff und Ammoniumstickstoff
Phosphat     =  P     P O
Kalium           =  K     K O
Magnesium =  M     MgO
Schwefel       =  S     S
Bor                   =  B     B
Zink                  =  Z     Zn

Wasser H2O , Kohlendioxyd CO  , Sauerstoff O

Übliche Düngerbezeichnungen:

Organische Dünger:
Natur und Wirtschaftsdünger, oft Mischung aus organischen Abfällen, z.B. Knochenmehl, Hornspäne

Synthetische Dünger:
Dünger werden aus natürlich vorkommenden Nährelementen in Fabriken künstlich hergestellt

Naturdünger:
Laub, Mist, Kompost, Kalkmergel

Wirtschaftsdünger:
Mist, Gülle, Stroh, Kompost aus Landwirtschaft und Gartenbau

Mineraldünger: Salzförmige, schnellwirksame Dünger, meistens Synthetische Dünger

Handelsdünger:
Alle Dünger die im Handel erhältlich sind

Einnährstoffdünger:
Enthalten nur ein Nährelement

Mehrnährstoffdünger:
Enthalten zwei oder mehr Nährelemente

Volldünger:
Mehrnährstoffdünger, enthalten alle Hauptnährstoffe (so genannte NPK Dünger), oft noch mit Magnesium und anderen Spurelementen

Depotdünger:
Mehrnährstoffdünger die ihre Nährstoffe langsam über einen längeren Zeitraum abgeben und dadurch eine lange Düngewirkung haben

Pflanzenjauchen:
Aus Pflanzen hergestellte Düngerjauchen

Blattdünger:
Flüssige Volldünger

Gründüngung:
Kapuzinerkresse, Kleearten, Ackerbohne, Phazelia, (Senf, Ölrettich, Raps nicht bei Kohlanbau, da diese die Kohlhernie fördern oder übertragen)

Gründüngungspflanzen:

Pflanzen   Eigenschaften Aussaattermin   Saatmenge  je 100 qm
Phazelia gute Gare, verrottet leicht Juli – August 120 – 150 g
Ackerbohne, Erbse, Wicke Stickstoffsammler Juli – August 1000 -1500 g
Ölrettich tief wurzelnd, friert ab Juli – Mitte August 200 – 250 g
Klee schnell wachsend bis Mitte August 200 – 300 g
Senf rasch wachsend, friert ab bis Mitte September 220 – 250 g
Raps rasch wachsend, winterhart bis Mitte September 100 – 150 g

 

Bodenuntersuchung:

Um feststellen zu können welche Nährstoffe dem Boden fehlen ist eine Untersuchung des Bodens alle 5 Jahre, besser 3 Jahre, auszuführen. Viele Gartenböden sind mit Phosphat und Kalium versorgt und häufig genügt es Stickstoffdünger zu verwenden.
Ist der Boden zu sauer, findet Kalk Verwendung. Bei schweren Böden Branntkalk. Der beste Zeitpunkt für Kalkung ist im Herbst nach dem Blattfall.

Anzustrebende pH Werte:

leichte Böden (lehmiger Sand)     5,5
Mittlere Böden (sandiger Lehm)      6,5
Schwere Böden (Lehm und Ton)     7,0

Richtiger Zeitpunkt für die Düngung:

Früher wurde ganz allgemein empfohlen, Dünger im Herbst oder Frühjahr auszubringen. Das hat sich als falsch erwiesen. Die Pflanzen konnten oft den Dünger nicht aufnehmen und es kam zu Auswaschungen und damit zu Grundwasserschädigungen.

Wann benötigt die Pflanze Dünger? Der Hauptbedarf ist in den Monaten Mai Juni und Juli. Bei Gehölzen, wenn die Knospen schwellen und aufgehen bzw. in der Blütezeit. zu diesem Zeitpunkt muss der ausgebrachte Dünger zur Verfügung stehen.
Merke:    Der richtige Düngezeitpunkt ist auch abhängig vom verwendeten Dünger!

Manche Dünger brauchen eine Vorlaufzeit bis sie der Pflanze zur Verfügung stehen, andere Dünger können von der Pflanze sofort aufgenommen werden. Wird zu spät gedüngt, kann das Holz nicht ausreifen und wird über den Winter geschädigt.

Für den Obstbau ist es vorteilhaft einen sogenannten Langzeitdünger mit günstigem NPK Verhältnis zu verwenden.

Im Hausgarten ist der beste Dünger der selbst hergestellte Kompost.